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ÖGARI – Leitbild

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Die Fachgesellschaft

Die ÖGARI (Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin) versteht sich als Einrichtung zur Förderung der Anästhesiologie mit dem Ziel die Versorgung der Allgemeinheit auf diesem Gebiet zu optimieren.

Die Bezeichnung „ÖGARI“ sowie das dazugehörige Logo verstehen sich als Markenzeichen der Fachgesellschaft.

Die ÖGARI deckt das gesamte Fachgebiet mit den folgenden 5 Säulen ab:
  • Klinische Anästhesiologie
  • Intensivmedizin
  • Notfallmedizin
  • Schmerzmedizin
  • Medizinisches Management
Detailziele und Gesamtstrategien der Fachgesellschaft werden im Bemühen um einen breiten Konsens erarbeitet und transparent umgesetzt. Ziel ist, Struktur- und Prozessqualität in unseren vielschichtigen Fachbereichen zu sichern und unter Berücksichtigung der aktuellen Lehre und Forschung weiter zu optimieren. Daraus entstehende Empfehlungen werden dem ärztlichen anästhesiologischen Fachpersonal zur Verfügung gestellt. Modernes Risk- und Qualitätsmanagement tragen dazu bei, höchste Ergebnisqualität für unsere Patienten und Patientinnen sicherzustellen.

Wir respektieren die individuellen Wünsche und die Würde der uns anvertrauten Patienten und Patientinnen. Menschlichkeit und ethisch-moralische Grundsätze sowie der vertrauensvolle Umgang mit den Kranken und deren Angehörigen haben für uns höchsten Stellenwert. Konstruktive und von gegenseitigem Respekt getragene Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen und Berufsgruppen ist uns ein hohes Anliegen.

Die ÖGARI fördert:
  • Ärzte und Ärztinnen in Ausbildung zum Fach Anästhesiologie
  • die Aus- und Weiterbildung von Ärzten, Ärztinnen, Pflegepersonal und Laien in allen mit dem Fach in Zusammenhang stehenden Wissensgebieten und Kompetenzen
  • die individuelle klinische Expertise durch ein entsprechendes Angebot an Aus- und Weiterbildung
  • die aktive Forschungstätigkeit ihrer MitgliederInnen mit den ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten
  • die Sicherheit in klinischen Handlungs- und Behandlungsfragen durch Veröffentlichung von Empfehlungen
  • das Standesbewusstsein des Faches, dessen kompetente Repräsentanz und stetige Weiterentwicklung nach Innen sowie nach Außen, in allen fünf Kernbereichen
  • eine interkollegiale und interdisziplinäre Diskussionskultur mit gegenseitiger Achtung, Toleranz und Vertrauen
  • eine aktive Gleichbehandlungspolitik nach dem Vorbild öffentlich rechtlicher Institutionen
  • die Behandlung sämtlicher die Anästhesiologie als Beruf betreffenden Fragen, insbesondere die Belange des ärztlichen anästhesiologischen Fachpersonals gegenüber Behörden, Krankenhausinstitutionen, ärztlichen Berufsvertretungen und anderen dritten Stellen.

Leitbild unseres Faches

Die fünf Säulen des Faches beinhalten die im folgenden genannten Themenschwerpunkte und sollen als Richtlinie dienen die Anästhesiologie weiterzuentwickeln und die Versorgung der Allgemeinheit in diesen Bereichen in Österreich zu optimieren:

Klinische Anästhesiologie
Diese versteht sich als umfassende perioperative Betreuung von Patienten und Patientinnen entsprechend dem aktuellen medizinischen Standard:
Sie beginnt präoperativ mit der Evaluation, Risikostratifizierung, Prämedikation und OP-Vorbereitung.
Intraoperative Tätigkeiten umfassen alle unterschiedlichen Verfahren und Behandlungen zur Gewährleistung von Schmerzfreiheit, meist unter Ausschaltung des Bewusstseins und unter ständiger Überwachung der Vitalfunktionen. Ärztliches anästhesiologisches Fachpersonal agiert und reagiert in seiner Kernaufgabe der Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Erhaltung der Homöostase der zu betreuenden Patienten und Patientinnen. Dabei ist es aufgrund tiefgehender Kenntnisse der chirurgischen Methoden und Verfahren in der Lage, vorausschauend die eigene Tätigkeit mit den Anforderungen des Operationsverlaufs abzustimmen. Neben dieser spezifischen fachlichen Kompetenz verfügt der Anästhesist/die Anästhesistin über umfangreiches Wissen in klinischer Pharmakologie, Physiologie, Physik, etc.
Abgerundet wird die Betreuung durch die postoperative Nachsorge, welche die Kontrolle der Vitalfunktionen sowie sämtliche diagnostische und therapeutische Methoden zur Schmerzbehandlung mit einschließt.

Intensivmedizin
Die Kompetenz des Fachgebiets erstreckt sich auf alle Patienten und Patientinnen, die einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen, unabhängig von Art und Ursprung des Grundleidens. Eine ganzheitliche intensivmedizinische Betreuung entsprechend dem aktuellen medizinischen Standard beinhaltet die Behandlung des Grundleidens, qualifizierte Intensivpflege, Physiotherapie und bedarfsweise das Zuziehen anderer Fachdisziplinen. Falls erforderlich, kommen organunterstützende oder extrakorporale Verfahren zum Einsatz. Die Zuständigkeit als Stationsführung bedeutet Letztverantwortlichkeit bei der Behandlung der Patienten und Patientinnen.
Das Auftretenden physischer wie psychischer Belastungen sowohl bei den vital bedrohten Kranken, als auch bei deren Angehörigen sowie beim gesamten involvierten medizinischen Personal stehen in einem besonderen Fokus des Therapieteams an der Intensivstation.

Notfallmedizin
Rasche und kompetente ärztliche Hilfe direkt am Notfallort ist heute nahezu selbstverständlich geworden. Prähospitale Erstversorgung unter Zeitdruck und widrigen äußeren Umständen erfordert hohe Kompetenz: das breite Spektrum medizinischer wie traumatologischer Notfälle benötigt ein umfangreiches allgemeinmedizinisches Wissen.
Die Anästhesiologie vermittelt über diese Basiskompetenz hinaus jene fachlichen Kenntnisse und technischen Fertigkeiten, welche dem Notarzt/der Notärztin eine optimale Versorgung der NotfallpatientInnen ermöglicht. Eine an aktuellen Forschungsergebnissen orientierte Lehre, das praktische Training am Simulator bzw. im Operationssaal sind die Voraussetzungen für zeitgemäße Wissensvermittlung. Dies bestätigt die Notfallmedizin als Kernkompetenz des Faches Anästhesiologie.
Die Anästhesieabteilungen des Landes garantieren jedoch nicht nur für die Qualifikation der NotfallmedizinerInnen – sie sind auch federführend in der Organisation und Sicherstellung des Notärztlichen Dienstes. Gemeinsam mit den Rettungsorganisationen stellt die Anästhesiologie so die flächendeckende, qualifizierte präklinische Versorgung der Bevölkerung sicher.

Schmerztherapie
Die Anästhesiologie zeigt als integratives Querschnittsfach besonders hohe Kompetenz in der Therapie akuter und chronischer Schmerzen.
Die Behandlung perioperativer Schmerzen gehört zu den Basisaufgaben der Anästhesiologie. Dabei kommen entsprechend dem aktuellen medizinischen Standard potente Schmerzmittel, invasive Verfahren wie regionalanästhesiologische Blockaden bzw. Katheter oder patientenkontrollierte Analgesie zum Einsatz.
Einen weiteren Bereich stellt die Behandlung chronischer Schmerzpatienten und patientinnen in der Schmerzambulanz dar. Zu den fachspezifischen Fähigkeiten der Schmerzlinderung mit Medikamenten und Interventionen kommen Kompetenzen in der patientenzentrierten Kommunikation, der Koordination bzw. der Anwendung verschiedener Behandlungs¬verfahren, der interdisziplinären Teamarbeit sowie des biopsychosozialen Schmerzverständnisses.

Medizinisches Management
In zunehmendem Maße wird die Anästhesiologie mit der Übernahme von Managementverantwortung konfrontiert. Die Palette reicht von einfachen über ausgesprochen komplexe Operationsbereiche bis zu ganzen Krankenanstalten und zum Gesundheitssystem.
Anästhesisten und Anästhesistinnen fungieren in vielen klinischen Bereichen, wie in der perioperativen Medizin, der Intensiv-, Notfall- oder Schmerzmedizin als Casemanager jedes einzelnen Kranken. Dies erklärt die hohe Dichte an Zusatzqualifikationen des anästhesiologischen ärztlichen Personals im Bereich des Managements.
Ökonomische Optimierung, straffer Ressourceneinsatz und höchste medizinische Effizienz sind kein Gegensatz. Neben hoher fachlicher Ergebnisqualität ist die Patientenzufriedenheit jener Maßstab, an dem sich der Anästhesist/die Anästhesistin bei der erfolgreichen Gestaltung eines zeitgemäßen Gesundheitssystems in Hinkunft messen muss.