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![]() Zielsetzung Wir haben gemeinsam mit unseren männlichen Kollegen studiert und gemeinsam den Einstieg in den Beruf geschafft. Wenn man die Allgemeinmedizin ausnimmt, ist die Anästhesiologie mit 876 Ärztinnen österreichweit (Quelle ÖÄK, Juni 2007) das quantitativ größte Frauenfach mit einem Frauenanteil von 43,6%. Aber laut Statistik erfolgt ab dem 30. Lebensjahr ein Knick: Während Männer in der Unternehmens- und Einkommenshierarchie nach oben klettern, sowie Vorträge und Vorsitze bei Kongressen belegen, bleiben Frauen stecken oder springen von der Karriereleiter ab. Frauen besetzen nur 10% der Professuren an der Medizinischen Universität Wien. Das Forums "Frauen in der Anästhesie" der ÖGARI möchte Anästhesistinnen positiv motivieren und den Anteil der Frauen im nationalen fachspezifischen Bereich anheben: als Referentinnen bei Kongressen, als Lehrende im Blockkurs, als Prüferinnen bei der Facharztprüfung und als Mitglieder von Arbeitsgruppen der ÖGARI. Wir machen unseren Einfluss geltend und knüpfen Netzwerke, damit Frauen zu diesen Aufgaben eingeladen werden. Weiters werden alle Kolleginnen ermutigt, diesen Aufruf wahrzunehmen. Dadurch war beim AIC 2007 der Frauenanteil an Referentinnen und Vorsitzenden auf 15,6% und beim AIC 2008 bereits auf 24% gestiegen. Allerdings beträgt im Vergleich dazu der Frauenanteil bei den ÖGARI-Mitgliedern 47,7%. Langfristig sollen es auch mehr Frauen in den Chefsessel schaffen, denn Professionalität, Kompetenz, Kommunikation und weibliche Intuition sind eine erfolgversprechende Voraussetzung für Führungspositionen. Sprache Es soll die Wachsamkeit von ReferentInnen und VerfasserInnen von wissenschaftlichen und standespolitischen Texten gegenüber der geschlechtsneutralen Formulierung gefördert werden. Informationen dazu bieten folgende Stellen: http://www.frauenratgeberin.at/cms/frauenratgeberin/stichwort_detail.htm?doc=CMS1101121639467 Donauuniversität Krems http://www.donau-uni.ac.at/imperia/md/content/frauennetzwerk/leitfaden_fr_geschlechtergerechtes_formulieren.pdf Universität Klagenfurt http://www.uni-klu.ac.at/groups/sonstige/akgleich/html/geschlechtergerechte_sprache.htm Webservice der Stadt Wien www.wien.gv.at/ma57/sprache/ Karriere und Kinder Gerade berufstätige Mütter, die die parallele Bewältigung von Familie und Beruf täglich beweisen, werden als besonders loyale und effiziente Mitarbeiterinnen geschätzt. Anästhesistinnen, die Familie haben möchten, sollten sich diesen Wunsch erfüllen und vom Umfeld einfordern, dass sich das auch mit ihrer Karriere vereinbaren lässt und welches den Müttern kein schlechtes Gewissen macht. Hier sind sicher noch gesellschaftspolitische Änderungen zu schaffen, z.B. Kinderkrippen während Nachtdiensten, erweiterte Kinderbetreuungsprogramme, Forschungsförderungsprogramme, welche Kinderbetreuungskosten integrieren, Projektarbeit während der Karenzzeit und Elternkarenz für Väter. Wir können im Forum "Frauen in der Anästhesie" der ÖGARI keine Patentlösungen zur Vereinbarkeit von einem Leben mit Kindern und Karriere erstellen, aber wir können Kontakte vermitteln, welche die Entwicklung von Lösungsstrategien unterstützen. So bietet etwa die Stabsstelle Gender Mainstreaming http://www.meduniwien.ac.at/index.php?id=297 ein Beratungsangebot für Mitarbeiterinnen der Medizinischen Universität Wien, die ihren Werdegang rund um das Thema Kinder und Karriere mit professioneller Unterstützung aktiv planen wollen. Nebenbeschäftigung Es ist zu erwarten, dass die Teilzeitbeschäftigung von Anästhesistinnen mit Kindern zumindest für einen zeitlich begrenzten Abschnitt der Berufslaufbahn angestrebt wird. Unterschiedliche Modelle der Teilzeitbeschäftigung werden diskutiert: Die selbständige Tätigkeit in der Wahlarztordination (zur präanästhesiologischen Abklärung, Schmerztherapie und gegebenenfalls zusätzlichen Leistungen wie Akupunktur) bringt gegenüber der Teilzeitbeschäftigung im angestellten Verhältnis im Spital den Vorteil der freieren Zeitgestaltung. Allerdings ist die selbständige Tätigkeit risikoträchtiger und können Schwangerschaften einen Verdienstentgang bedeuten. Hier sind sicher noch die standespolitischen Grundlagen zu schaffen, aber bereits jetzt lassen z.B. die Empfehlungen der Arbeitsgruppe Präoperative Patientenevaluierung interessante Implikationen auf die Leistungen in der Wahlarztordination erahnen. Frauenförderungsplan Das Universitätsgesetz verpflichtet die Universitäten zur Frauenförderung, wonach eigene Universitätsorgane (Gender Mainstreaming, Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen) auf ein ausgewogenes Zahlenverhältnis zwischen Frauen und Männern hinzuwirken haben. Dies ist ein umfassender Gestaltungsauftrag der Universitäten, der sich nicht nur auf die klassischen Personalentscheidungen bezieht, sondern auch auf sämtliche Planungs- und Entscheidungsprozesse, sowie Determinanten der Universitätsfinanzierung. Die Gleichstellung der Geschlechter soll auch über das formelgebundene Budget forciert und über Kennzahlen der Wissensbilanz, differenziert nach der Kategorie Geschlecht, in den Leistungsvereinbarungen Universität sichtbar gemacht werden. Ähnliche Frauenförderungspläne könnten auch für nicht-universitäre Krankenhäuser konkret ausgestaltet werden. Kerngruppe des „Frauennetzwerk Anästhesie“: Prim. Ao.Univ.-Prof.Dr. Sibylle Kozek-Langenecker, Evangelisches KH, Wien Ao. Univ.-Prof.Dr. Anna Bartunek, Meduni Wien Prim. Dr. Michaela Seyr, LK Krems Ao. Univ.-Prof.Dr. Karin Khünl-Brady, DEAA, Meduni Innsbruck Wir laden alle Kolleginnen zur aktiven Mitarbeit in diesem Forum ein, denn diese Initiative kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie von der angesprochenen Zielgruppe getragen und mit Ideen bereichert wird. Es ist ein Anliegen der ÖGARI, die Frauenförderung umzusetzen. Ansprechpartner Ao. Univ.-Prof.Dr. Anna Bartunek Medizinische Universität Wien Univ.-Klinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie Währinger Gürtel 18-20 A-1090 Wien die.anaesthesistin@oegari.at Download: Frauen-in-der-Anaesthesie.pdf
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