Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin
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30.10.2010

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Notfallmedizin

Seit Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts hat sich die Notfallmedizin in Österreich sehr dynamisch und zu hoher Reife entwickelt. Eine große Zahl an bodengebundenen Notarztsystemen wie auch ein ausreichendes Maß an Luftrettungsmitteln stellen eine erstklassige Versorgung der Bevölkerung sicher. Mehr als 100.000 Menschen werden jährlich durch eines der über 160 Notarztsysteme versorgt. Anästhesisten sind maßgeblich in Organisation und Leitung notfallmedizinischer Systeme wie auch der präklinischen Patientenversorgung selbst tätig. Auch Forschung und Lehre ist heute zum überwiegenden Teil Aufgabe der Anästhesiologie.

Im Jahr 2005 wurde die Sektion Notfallmedizin der ÖGARI gegründet.

Aus jedem Bundesland ist ein Vertreter in den Vorstand dieser Sektion nominiert. Aktuell sind dies Dr.Michael Hüpfl (Wien), Dr.Helmut Trimmel (Niederösterreich), Dr.Manfred BehamUniv.Prof.Dr.Gerhard Prause (Steiermark), Dr.Dieter Kopper (Kärnten), Dr. Walter Mitterndorfer (Oberösterreich), Dr.Franz Chmelizek (Salzburg), Univ.Doz.Dr.Michael Baubin und Dr.Peter Spöttl (Vorarlberg). Die Genannten wollen Ansprechpartner für Notärzte und Rettungsdienste der jeweiligen Bundesländer sein und Schrittmacherfunktion der Notfallmedizin innerhalb der Anästhesiologie ausüben.

Für die laufende Funktionsperiode 2005/2006 wurden zwei Projekte in Angriff genommen:
  1. Erarbeitung eines österreichweit einheitlichen Datensatzes für die Notfallmedizin (s.u.)

  2. Durchführung einer österreichweiten Erhebung zur aktuellen Position der Anästhesie in der Notfallmedizin (dzt. in Fertigstellung)


MIND A - "Minimaler Notarztdatensatz Austria"

Die Dokumentation der notärztlichen Einsätze ist bis dato in Österreich nicht einheitlich gelöst. Überregionales Qualitätsmanagement ist so kaum möglich, Fragen der Prozess-, vor allem aber auch der Ergebnisqualität bleiben häufig genug ohne Antwort. Fehlende Einheitlichkeit in der Nomenklatur bedeutet natürlich immer auch einen Mangel an verlässlichen Informationen, insbesondere auch, was Fragen der Effizienz der Versorgungsleistung betrifft.

In Anlehnung an entsprechende Entwicklungen und Grundlagen in der Bundesrepublik Deutschland, hat die Arbeitsgruppe Notfallmedizin der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) den von der DIVI authorisierten Datensatz überarbeitet und an österreichische Definitionen und Gesetzmäßigkeiten im Rettungsdienst angepasst. Der 13 Kapitel umfassende Katalog wurde weiters allen für die prähospitale Notfallversorgung relevanten Fachgesellschaften und Rettungsorganisationen sowie den Landes- und der Bundesärztekammer zur Begutachtung vorgelegt. Nach sehr konstruktiver Diskussion konnte ein umfassender Konsens erzielt werden.

Damit liegt nun erstmals für Österreich ein einheitlicher Datensatz vor, welcher – neben allgemeiner Akzeptanz – auch den Vorteil hat, mit den Inhalten notärztlicher Dokumentation in Deutschland in wesentlichen Punkten deckungsgleich zu sein. Vergleiche prähospitaler Versorgungsqualität werden damit nicht nur innerhalb des österreichischen Rettungsdienstes, sondern auch auf europäischer Ebene möglich.


Umfrage unter allen notfallmedizinisch ausgebildeten Anästhesisten

Die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin führt gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft Notfall und Katastrophenmedizin und dem Notfallreferat der Österreichischen Ärztekammer eine webbasierte Umfrage unter allen jemals gemäß § 40 ÖÄG ausgebildeten Notärzten in Österreich durch.
Es werden dabei die notfallmedizinische Ausbildung, aber auch Daten zur aktuellen notärztlichen Tätigkeit abgefragt. Der Hintergrund dieser Umfrage ist zum einen die aktuelle Diskussion um Reform bzw. Weiterentwicklung der Ärzteausbildung im Allgemeinen, zum anderen aber auch eine Bestandsaufnahme zum Thema Notfallmedizin. Diesbezüglich sind gegenwärtig – zumindest außerhalb der organisierten Notarztdienste – nur wenig verlässliche Informationen verfügbar. Umso wichtiger ist es den genannten Institutionen, im gemeinsamen Bemühen um eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Akut- und Notfallmedizinischen Versorgungsstrukturen, für zukünftige Projekte über eine einigermaßen valide Datenbasis zu verfügen.
Die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig und selbstverständlich anonym möglich; das Ausfüllen des Fragebogens ist in wenigen Minuten erledigt. Ich ersuche Sie herzlichst um Ihre Mitwirkung – die Anästhesiologie als „Mutterfach“ der Notfallmedizin soll auch in Zukunft weiterhin eine tragende Rolle in Ausbildung und Organisation der österreichischen Notfallmedizin, aber auch in der klinischen und präklinischen Patientenversorgung innehaben.


Zur Umfrage ...

Prim.Dr.Helmut Trimmel
Vizepräsident der ÖGARI
Leiter Sektion Notfallmedizin

  Download: MIND A 1.0.pdf
  Download: MIND A 1.0.xls



  Download: Leitlinien Reanimation.pdf



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